Ernte von Dezember bis März: Warten auf
,Väterchen Frost' ...
Wenn es draußen ungemütlich und kalt wird, sind die Schilfschneider in ,ihrem' Element, denn dann geht es mit Sichel und Motorsense ins Schilf.

Auch wenn die Tage kurz sind, muss in der kurzen Ernteperiode von Dezember bis März das gesamte Material für die anschließende Produktion der Naturprodukte eingeholt werden. Dabei macht das Ernteteam auch vor schwierigem Gelände nicht Halt. In Feuchtgebieten wird in Watausrüstung gearbeitet und in unzugängigem Gelände mit Hilfe von Handsicheln geern-tet.

Reetschneider freuen sich über Frostperioden und trockene Witterung, dann ist der Boden im Erntegelände fest und es kann schnell und ohne zusätzlichen Aufwand geschnitten werden.

Nach dem Ernteschnitt wird das Schilf grob gereinigt und, falls notwendig, zur Trocknung gebündelt. Die Bündel werden in Zeltform angeordnet und gut belüftet aufgestellt. In der Regel kann das Material dann auch kurzfristig weiter verarbeitet werden.
Herstellung von Schilfprodukten:
Nach guter Väter Sitte...
...ist die Herstellung von Produkten aus Schilfrohr in erster Linie Handarbeit: Nach der Ernte werden die gebündelten Halme zunächst von fremden Materialien gereinigt (,gekämmt'), bevor sie je nach Größe und Beschaffenheit für die anschließende Weiterverarbeitung zu Matten, Platten, Dachreet oder Granulat sortiert werden. Mattenware wird Halm für Halm mit verzinktem Eisendraht dauerhaft gebunden. Bei der Plattenware presst ebenfalls ein Drahtgeflecht zahlreiche Halme zu einem stabilen Dämmelement zusammen.

Dachreet erfordert dünne und flexible Halme aus jähriger Ernte. Die Halme werden gesäubert und zu Bündeln mit einem Umfang von 50 bis 60cm gebunden.

Bruchschilf wird zu Heizgranulat verarbeitet. Es hat sich als wertvoller okologisch nachwachsender Brennstoff erwiesen und wird stets beliebter.
Niederrheinische Kopfweiden:
In guter Nachbarschaft zum Schilf
Der Niederrhein ist reich an Wiesenlandschaften, die durch Kopfweiden, Weidenbüsche und Pappelreihen das charakteristische Landschaftsbild prägen. Die Kopfweiden sind Symbol des Niederrheins. Nur mit intensiver Pflege sind die Kopfbäume zu erhalten.

Jährlich findet deshalb von November bis Februar der Schnitt der Bäume statt. Oft findet man die Kopfweiden in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schilf, präagen doch beide Pflanzen die Landschaft des Niederrheins. Die geschnittenen Zweige eignen sich hervorragend zur Herstellung von Sichtschutzprodukten, sowohl als gewebte Matte als auch als Zaunelement.

Sie sind besonders attraktiv und langlebig.